In Anwendungen wie Luftqualitätsüberwachung, Lüftungssteuerung, Gewächshausanbau, industrieller Sicherheit und dem Monitoring des Fahrzeuginnenraums sind CO₂-Sensoren heute zu zentralen Schlüsselkomponenten geworden. Bei der Produktauswahl stehen häufig Messbereich, Genauigkeit, Ansprechzeit und Lebensdauer im Fokus. Bevor ein Produkt jedoch wirklich verstanden und fundiert bewertet werden kann, sollte zunächst eine grundlegende Frage geklärt werden: Wie funktioniert ein CO₂-Sensor eigentlich?

Im Kern besteht die Aufgabe eines CO₂-Sensors darin, Veränderungen der Kohlendioxidkonzentration in der Umgebung in elektrische Signale umzuwandeln, die von einem System gelesen und verarbeitet werden können. Eine der heute am weitesten verbreiteten und technologisch ausgereiftesten Lösungen ist dabei NDIR (Non-Dispersive Infrared, nichtdispersives Infrarot).

Warum kann CO₂ mit Infrarot gemessen werden?

Kohlendioxidmoleküle besitzen eine wesentliche physikalische Eigenschaft: Sie absorbieren Infrarotstrahlung in bestimmten Wellenlängenbereichen. Wenn Infrarotlicht durch ein Gasmedium strahlt, das CO₂ enthält, absorbieren die CO₂-Moleküle einen Teil der Energie innerhalb dieses spezifischen Spektralbereichs. Je höher die CO₂-Konzentration in der Luft ist, desto mehr Infrarotenergie wird absorbiert. Je niedriger die Konzentration ist, desto geringer fällt diese Absorption aus.

Genau darin liegt das Grundprinzip der CO₂-Messung mittels Infrarot. Vereinfacht gesagt wird die Konzentration dadurch bestimmt, dass verglichen wird, wie viel Licht ausgesendet wurde und wie viel davon am Empfänger ankommt.

Schematische Darstellung der Infrarotabsorption durch CO₂

Wie arbeitet ein NDIR-CO₂-Sensor?

Ein typischer NDIR-CO₂-Sensor besteht in der Regel aus mehreren zentralen Komponenten: einer Infrarotlichtquelle, einer Gaskammer bzw. optischen Wegstruktur, einem optischen Filter, einem Infrarotdetektor sowie einer Einheit zur Signalverarbeitung und algorithmischen Auswertung.

Der Funktionsablauf lässt sich in mehreren Schritten beschreiben: Zunächst sendet die Infrarotquelle Licht eines definierten Wellenlängenbereichs aus. Anschließend durchläuft dieses Licht den Bereich mit dem zu messenden Gas. Ist CO₂ vorhanden, wird ein Teil der Infrarotenergie absorbiert. Danach erfasst der Detektor das verbleibende Signal. Abschließend verarbeitet die Elektronik das Signal mithilfe entsprechender Algorithmen und rechnet es in einen CO₂-Konzentrationswert um, der in der Regel in ppm ausgegeben wird.

Strukturschema eines NDIR-CO₂-Sensors

Aus Anwendersicht erscheint das Ergebnis als Konzentrationswert. Aus physikalischer Sicht handelt es sich jedoch um einen Prozess der Erfassung und Umrechnung von Infrarotabsorptionsintensität.

Warum ist NDIR die führende Technologie?

Im Bereich der CO₂-Messung hat sich NDIR als führende Technologie etabliert, weil sie sich besonders gut für langfristig stabile Messaufgaben eignet. Da die Erfassung auf den spezifischen Absorptionseigenschaften von CO₂ in einem definierten Infrarotbereich basiert, lassen sich bei einer geeigneten optischen Konstruktion und ausgereiften Algorithmen in der Regel sehr zuverlässige Ergebnisse erzielen.

Funktionsdarstellung eines NDIR-CO₂-Sensors

Darüber hinaus eignet sich NDIR besonders für mittel- bis langfristige Anwendungen. Gerade in Gebäuden, Lüftungssystemen, Gewächshäusern und integrierten Gerätesystemen, die kontinuierlich betrieben werden, zeigt sich dieser Stabilitätsvorteil besonders deutlich. Viele NDIR-Module verfügen zusätzlich über Funktionen wie Temperatur- und Feuchtekompensation, Druckkorrektur sowie ABC-basierte automatische Basiskalibrierung, wodurch die Konsistenz im Langzeitbetrieb weiter verbessert werden kann.

Warum verändert sich der gemessene CO₂-Wert?

Viele Anwender beobachten, dass der CO₂-Wert steigt, wenn sich Personen über längere Zeit in einem Raum aufhalten, und wieder sinkt, sobald ein Fenster geöffnet oder die Frischluftzufuhr aktiviert wird. Genau darin zeigt sich, dass der CO₂-Sensor reale Veränderungen der Umgebung zuverlässig abbildet.

Der Hintergrund ist einfach: Durch die menschliche Atmung wird kontinuierlich CO₂ freigesetzt. Ist ein Raum weitgehend geschlossen und die Luftwechselrate gering, reichert sich CO₂ nach und nach an. Sobald der Sensor eine stärkere Infrarotabsorption registriert, steigt der berechnete ppm-Wert entsprechend an. Verbessert sich die Luftzirkulation, sinkt die CO₂-Konzentration im Innenraum, die Absorption nimmt ab und auch der Messwert fällt wieder.

Ein CO₂-Sensor ist daher weit mehr als nur ein Bauteil zur Anzeige eines Zahlenwerts. Er bildet in der Praxis den Lüftungszustand und die Effizienz des Luftaustauschs in einem Raum ab. Genau deshalb wird diese Technologie so häufig in HVAC-Systemen, Lüftungssteuerungen und Anwendungen zur Überwachung der Innenraumluftqualität eingesetzt.

Welche Kriterien sind nach dem Verständnis des Prinzips bei der Auswahl wichtig?

Wichtig ist dabei: Dasselbe Messprinzip bedeutet nicht automatisch dieselbe Produktleistung. Selbst wenn zwei Produkte beide auf NDIR basieren, können sie sich in entscheidenden Punkten deutlich unterscheiden, etwa in der Qualität des optischen Designs, der Reife des Kalibrierungsalgorithmus, der Ausführung von Temperatur- und Feuchtekompensation, der Beherrschung langfristiger Drift sowie in Schnittstellen und Integrationskonzepten, die für ein konkretes Projekt besonders relevant sind.

86 box
Abgebildet ist der von MAXMAC entwickelte integrierte 86-Steuercontroller, ausgestattet mit unserem CO₂-Sensormodul MS03-010.

Das bedeutet: NDIR ist die technologische Grundlage. Über die tatsächliche Produkterfahrung entscheiden jedoch die gesamte strukturelle Auslegung, die algorithmische Leistungsfähigkeit und das Niveau der technischen Umsetzung.

Fazit

Das Grundprinzip eines CO₂-Sensors ist technisch gut nachvollziehbar: Durch die Erfassung der Absorption spezifischer Infrarotstrahlung durch CO₂ wird die aktuelle Kohlendioxidkonzentration in der Umgebung berechnet. In der praktischen Anwendung hat sich NDIR aufgrund seiner Zuverlässigkeit, Stabilität und technologischen Reife als eine der wichtigsten und am weitesten verbreiteten Lösungen in der CO₂-Messtechnik etabliert.

Für Anwender hilft dieses Verständnis dabei, den tatsächlichen Wert eines CO₂-Sensors besser einzuordnen. Für Ingenieure und Entwickler ist das Funktionsprinzip jedoch nur der erste Schritt. Darüber hinaus müssen Genauigkeit, Lebensdauer, Kompensationsmechanismen, Integrationskonzept und konkrete Einsatzumgebung in die Auswahl einbezogen werden.